Von West nach Ost

Kenia 2025

Vor uns liegen 826km quer durch Kenia. Die beste und günstigste Lösung: das Auto. Damit würden wir stolze 14 Stunden ohne Pause, Verzögerungen und Co. brauchen. Mit dem Flugzeug wären es 1 ½ Stunden. Doch wie kam es dazu?

Als ich in Österreich war, sprachen wir immer wieder darüber, was wir nun in Zukunft machen. Nachdem der Plan, nach Österreich zu kommen, für meinen Partner leider nicht möglich war, suchten wir nach Optionen, die auf längere Sicht für uns beide funktionierten. Mein Partner brauchte eine neue Umgebung und so kam die Idee, wir könnten ja nach Mombasa ziehen. Ich war sofort begeistert, denn seien wir uns mal ehrlich: Wer möchte nicht am wunderschönen türkisblauen Indischen Ozean leben?!

Die zwei Wochen nach meiner Ankunft in Kenia waren durchorganisiert. Wohnung abgeben (absolut unkompliziert), Möbel verladen (die kamen zur Familie meines Partners), Fahrzeug organisieren, Katze darauf vorbereiten und freie Tage von Alina kalkulieren. Dann ging es endlich am Dienstag, den 11.2.25 los. Mein Partner, immer etwas gemütlich am Weg, hat hier plötzlich absoluten Stress. Nach meiner Stunde ging es dann um Punkt 10 Uhr los, unser Ziel Nairobi zu erreichen und wenn möglich noch etwas weiter.

Natürlich hatten wir unsere Katze mit im Gepäck und all unser Hab und Gut. Passte alles perfekt in ein Auto hinein. Zawadi, unsere kleine Katze (Zawadi heißt Geschenk auf Kiswahili), war am Anfang nicht begeistert und turnte im Auto herum. Irgendwann gab ich sie zurück in ihren Korb und nach einem kurzen Maunzen schlief sie dann den Großteil unserer Fahrt.

Den ersten Halt machten wir in Naivasha, 6–7 Stunden von Kisumu entfernt. Wir hielten an einer Tankstelle. Zawadi machte an diesem Tag lauter erste Mal Erfahrungen , die Tankstelle war definitiv ihre stressigste. Ich hatte sie an der Leine und versuchte mit ihr ein paar Schritte zu gehen, doch zu diesem Zeitpunkt hatte sie schon gelernt, dass das Auto ihr sicherer Hafen ist. Deshalb ging es schnurstracks wieder ins Auto.

Ich liebte die Blicke der Angestellten! Die mussten sich gedacht haben, dass diese Weiße einen Vogel hat! Mit der Katze an der Leine an einer Tankstelle zu stehen. 😉. Doch ich mach mir schon lange nichts mehr aus den Blicken, denn ich durfte schon vor sehr langer Zeit akzeptieren, dass ich Aufmerksamkeit auf mich ziehen werde … Das verändert sich jetzt jedoch, mehr dazu im "Tägliches Leben".

Wir schafften es an diesem Tag tatsächlich, 423km zu fahren, und blieben kurz nach Nairobi in einem Ort stehen. Das Problem: Nach Nairobi, Richtung Mombasa, ist das Land kaum mehr besiedelt und größere Städte gibt es alle paar 60–100 km. Weiteres Problem, wir haben eine KATZE! Deshalb bat ich meinen Partner darum, dass wir so bald wie möglich mit der Hotelsuche anfangen und dann einfach hoffen, dass uns eines nimmt.

Was sind wir wieder einmal für Glückspilze? Prompt hat uns das erste Hotel genommen, mit Katze! Die Dame meinte, das sei überhaupt kein Problem, sie empfahl uns nur, ein größeres Zimmer zu nehmen. Für eine Nacht, zwei Personen und eine Katze zahlten wir dann 11 €. Zawadi erkundete den Raum und fühlte sich gleich wohl. Das war auch der Punkt, an dem sie sich an die Leine gewöhnte und mit mir eine kleine Runde ging – den Gang auf und ab. 😉.

Am nächsten Tag ging es um 8:30 Uhr los, denn nun stand eine lange und anstrengende Fahrt vor uns. Es ging einfach nur noch geradeaus auf dem Highway nach Mombasa. Doch fad sollte uns nicht werden.

Nach einem extrem leckeren Kakao, Samosas, Teigtaschen mit Fleisch und Muffins, alles bekamen wir in einer unscheinbaren Raststation, ging es dann los. Wir tankten das Auto, denn auch Tankstellen wurden rar. Zawadi war an diesem Tag absolut nervös, da wir an einem Lkw nach dem anderen vorbeifuhren. Bedenke, es ist eine Autobahn, gleichzeitig ist diese einspurig und man rast mit 100km aneinander vorbei, auch ist es die Hauptverbindung vom Meer (Mombasa) ins Inland und weiter nach Uganda, in den Kongo oder nach Rwandaa. Ich gab ihr an der ersten Tankstelle zwei Beruhigungsglobuli. Diese wirkten! Da es so heiß war, schlief sie dann hinter meinem Sitz auf dem Boden die ganze Fahrt durch.

Unser Weg führte durch einen Nationalpark Tsavo ist der größte Nationalpark in Kenia und die Hauptverbindung geht für eine Strecke von zwei Stunden durch den Park. Wow, und was bekamen wir zu sehen? Die berühmten Tsavo-Elefanten! Diese sind nämlich rot eingefärbt, da die Erde dort rot ist! Ich musste tatsächlich zwei Mal schauen, ob dies echte oder Fake-Elefanten waren! Wir sahen zwei Herden und vereinzelte.

Tja, und dann wurden wir von der Polizei aufgehalten! Nicht nur einmal, sondern zweimal. Das erste Mal hielt man uns im Nationalpark auf. Ich war so dankbar, dass Zawadi ganz ruhig hinter mir am Boden liegen blieb und sich das Spektakel ganz in Ruhe ansah. Der Polizist warf meinem Partner vor, an einer Stelle überholt zu haben, wo es nicht erlaubt war. Hat er tatsächlich, allerdings war das vor 5km und das konnten die Polizisten einfach beim besten Willen nicht nachweisen. Es ging darum, dass er über eine durchgezogene Linie gefahren ist, gleichzeitig machen das hier alle! Sie sahen die Muzungu und nutzten ihre Chance, denn hinten am Kofferraum gestand der Polizist, dass sie eigentlich nur Geld für ein Mittagessen wollten.

Sei mir nicht böse, gleichzeitig, wenn er dies von Anfang an so kommuniziert hätte, hätte ich es ihm wirklich gerne einfach gegeben, doch mit einem „Police Law Book“ nach Gründen und Erklärungen zu suchen, finde ich nicht in Ordnung.

Wir fuhren also weiter, nachdem wir 500 Kenia-Schilling (3,70€) bezahlt hatten, und 40km vor Mombasa wurden wir abermals wegen des gleichen Grundes aufgehalten. Hier war ich jedoch ziemlich wütend, denn erstens ja, es stimmt, er hat wieder an einer Stelle überholt, an der er nicht durfte, gleichzeitig waren noch drei Autos vor uns, die alle an derselben Stelle überholt hatten, und keiner wurde aufgehalten, außer wir! Das eine war ein Reisebus, das andere ein Lieferwagen und das dritte ein Safariauto! Nun zahlten wir 1.500 Kenia-Schilling (11€). Der Polizist sagte genau das Gleiche wie der zuvor, und wir kamen uns wirklich veräppelt vor.

Tja, nach 8 Stunden Fahrt kamen wir dann müde und erschöpft im AirBnb in Mombasa an und am nächsten Tag sollte dann unsere Suche nach einem neuen Heim beginnen, doch dazu mehr das nächste Mal.

Meine Highlights der Fahrt: mindestens 200 Zebras zwischen Nakuru und Naivasha, sechs Giraffen im Sonnenuntergang nach Nairobi und 30 rote Elefanten im Tsavo-Nationalpark. Natürlich auch, dass wir einmal quer durch das Land gefahren sind! Und noch etwas: Ich dürfte hier fahren, da ich einen internationalen Führerschein habe. Gleichzeitig fuhr mein Partner die gesamte Strecke aufgrund des Verkehrsaufkommens und auch, weil ich mich um unsere Katze kümmerte.