Der Hausmeister

Kenia 2025

Der Hausmeister

Ein uns allen wohlbekannter Beruf und Begriff. Das Hausmeister-Dasein ist nicht immer das leichteste in Europa. Hier wird was kaputt, da kommt ein neues Möbelstück, später muss noch die Türe zugesperrt werden. Tja, schauen wir uns diesen Beruf mal hier bei uns in Kenia an.

Wir haben zwei Hausmeister, das schonmal vorweggesagt. Einer arbeitet am Tag und der andere in der Nacht. Jede Wohnungsanlage ist mit einer Mauer umgeben. Wir haben den Luxus einen großen Innenhof zu haben, in dem die Kinder spielen können, die Autos stehen, Wäsche aufgehängt wird, die Hausmeister ein kleines Häuschen haben und aktuell noch ein Haus gebaut wird.

In der Nacht sind es hauptsächlich die Maasai die auf die Häuser aufpassen, da sie der Stamm der Krieger sind und dies am ehesten machen. Die Luo wären viel zu eitel dafür. Diese Behauptung stelle nicht ich auf, sondern die Menschen hier. Unser Nachtwärter kommt aus Tansania und kann tatsächlich nur Kiswahili und seit neuestem „Good Morning“.  Er ist kein Maasai und auch schon etwas im reiferen Alter. Unser Nachtwächter aka Hausmeister schläft jedoch im Sitzen. Denn in dem Haus ist kein Platz für eine Matratze. Das Radio läuft bis tief in die Nachtstunden und das einmal jemand für 15 Minuten klopft oder hupt, kommt auch immer wieder einmal vor.

Untertags haben wir einen anderen Hausmeister. Beide sind jedoch rund um die Uhr in unserem Komplex, nur dass der eine die Nachtschicht schiebt und der andere den Tag übernimmt. Der Hausmeister am Tag kümmert sich um wortwörtlich alles! Er putzt die Autos für ein wenig zusätzlichen Verdienst, bringt heruntergefallene Wäsche wieder zu den Besitzer: innen, kümmert sich nach der Schule um die Kinder im Hof und aktuell übernimmt er die gesamte Bauleitung des neuen Hauses. Er ist dafür zuständig zu schauen, dass alles passt, alle Bauarbeiter: innen  an ihrem Platz sind und die Materialen, die kommen werden von ihm genauestens unter die Lupe genommen und gezählt.

Die beiden sind die „Wachtmeister“ unseres Hauses und achten genau darauf, wer hier rein- und rausgeht. Mittlerweile haben sie sich auch daran gewöhnt, dass die Muzungu Dame (ich) im ersten Stock immer wieder Gäste aus der ganzen Welt mit nach Hause bringt und eine Katze besitzt. 😉

Als wir hier eingezogen sind, hatten wir einen anderen Nachtwächter und der Tansanier übernahm den Tag und erledigte alles. Am dritten Tag unseres Einzuges musste mich der Tansanier aus dem Bad befreien. Mein Partner war an diesem Tag nicht zu Hause und ich ging in der Früh duschen, wie jeden Tag. Unsere Türe hatte damals noch keinen Griff. Die Türe machte ich nur deshalb zu, da durch die Fenster alles beobachtet werden kann und ich gerade das Gesprächsthema in der Umgebung war. Mit der Hüfte gab ich der Türe einen Schubs und hörte nur noch, wie es klack machte!

Ich duschte mich und probierte dann die Türe aufzumachen. Ohne Erfolg! Die Türe bewegte sich keinen Millimeter. Gott sei Dank hatte ich das Handy im Bad liegen, denn Musik gehört bei mir beim Duschen einfach dazu. Ich rief meinen Partner an und erzählte ihm, dass ich mich im Bad eingeschlossen hatte. Dieser machte sich sofort auf den Weg und hatte dann den Geistesblitz unseren Hausmeister anzurufen.

Nächstes Problem, die Türe war zu und einen Schlüssel hat der Hausmeister natürlich nicht. Das hieß nun mindestens eine Stunde im Badezimmer zu warten!

Was dann geschah, war mir lange ein Rätsel doch kurze Zeit später stand der Hausmeister bei uns im Haus! Später zählte ich eins plus eins zusammen. Die Balkontüre war offen und unser älterer Hausmeister kletterte einfach auf den Balkon im ersten Stock und kam ins Haus. Beim Betreten des Hauses sprach er die ganze Zeit mit mir, doch ich verstand nur Bruchteile davon! Was ich dann glücklicherweise verstand war, dass ich zurück gehen soll, denn er versuchte die Tür einzutreten!

Es dauerte ganze fünf Minuten bis er es schaffte die Tür aufzubekommen! Als ich rauskam, lachten wir beide vor Erleichterung! Am Nachmittag bekamen wir dann eine Türklinke! 😉 Aja, er schaffte es tatsächlich, dass die Tür komplett unbeschädigt blieb!

Als ich Ende Jänner nach meinem Heimaturlaub wieder zurückkam und er mich im Auto sah, strahlte er über beide Ohren und meinte nur zu meinem Partner, wie schön es sei, dass ich wieder hier bin.

Oft bekomme ich die Frage, ob ich denn keine Angst habe, wenn ich mal allein bin. Ein Grund dafür, dass ich keine Angst habe, sind diese beiden Hausmeister, denn egal ob untertags oder in der Nacht, die zwei machen ihren Job und gehen noch viel weiter darüber hinaus!

Und noch etwas, wir leben hier nun schon seit genau einem Jahr und nicht einer der beiden Männer hatte seither Urlaub oder war einmal daheim!